Die Erbengemeinschaft - ein Überblick

In der Regel hinterlässt ein Erblasser mehrere Erben, gleichwohl ob aufgrund gesetzlicher oder testamentarischer Erbfolge. In diesem Fall kommt bei seinem Tod zur Bildung einer Erbengemeinschaft. Die Erben sind so genannte Miterben.

Auch die Miterben erben das Vermögen des Erblassers als Ganzes, wobei die Erbengemeinschaft dann eine Gesamthandsgemeinschaft ist. Dies bedeutet, dass jedem der Miterben ein entsprechend seiner Erbquote zu bemessender Anteil am Gesamtnachlass zusteht, der einzelne Nachlassgegenstand den Miterben aber (nur) gemeinschaftlich zusteht.

Der Nachlass bildet ein von dem Vermögen des einzelnen Miterben getrenntes Sondervermögen. In diesen Sondervermögen fallen ohne weiteres auch die Vermögenswerte, die an die Stelle eines im Nachlass befindlichen Gegenstandes treten, so z.B. bei einem Verkauf eines Nachlassgegenstandes der Kaufpreis.

Die rechtliche Folge der Erbengemeinschaft als Gesamthandsgemeinschaft ist, dass nur alle Erben gemeinschaftlich über den Nachlass verfügen können, d.h. es ist die Zustimmung aller Miterben erforderlich.

Ein Hauptproblem der Erbengemeinschaft ist zunächst häufig, dass der Nachlass zunächst gesichtet, gesicherte und insbesondere verwaltet werden muss.

Die Verwaltung umfasst alle tatsächlichen Maßnahmen, die der Erhaltung, Sicherung und Nutzung des Nachlasses, der Verwertung von Nachlassgegenständen und der Erfüllung von Nachlassschulden dienen.

Die Verwaltung des Nachlasses erfolgt durch die Miterben grundsätzlich gemeinschaftlich, wobei im Rahmen der ordnungsgemäßen Verwaltung die Stimmenmehrheit der Miterben entscheidend ist, insoweit ist Einstimmigkeit nicht erforderlich.

Es gilt insofern, der Grundsatz der Einstimmigkeit für Beschlüsse zwischen den Miterben, es sei denn, die Beschlüsse dienen der ordnungsgemäßen Verwaltung des Nachlasses, dann genügt die nach der Höhe der Erbteile berechnete Stimmenmehrheit.

Unter den Begriff ordnungsgemäße Verwaltung fallen alle Maßnahmen, die wirtschaftlich vernünftig sind und die nicht zu wesentlichen Veränderungen des Nachlasses führen.

Zu beachten ist aber, dass Verfügungen über Nachlassgegenstände nur gemeinschaftlich erfolgen können, dies gilt auch dann, wenn die Verfügung eine Maßnahem der ordnungsgemäßen Verwaltung betrifft und mit der Mehrheit der Stimmen beschlossen wurde.

Die Mehrheit der Erben muss dann die fehlende Zustimmung des oder der überstimmten Miterben unter Umständen durch Klage erzwingen.

Soweit der Erbengemeinschaft gegen einen Dritten, gleichwohl ob Miterbe oder nicht, Forderungen zustehen, so kann der Dritte nur an die Miterben gemeinschaftlich leisten und die Erbengemeinschaft kann die Leistung nur an alle Miterben gemeinschaftlich fordern.

Dies kann aber auch durch den einzelnen Miterben erfolgen, d.h. er kann Forderungen allein geltend machen und Leistung an die Erbengemeinschaft verlangen.

In der Regel ist das Ziel der Verwaltung der Erbengemeinschaft deren Auflösung und die Verteilung des Nachlasses, wobei der Erblasser dies auch durch Testament ausschließen kann.

Eine Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft kann erst erfolgen, wenn alle Nachlassschulden erfüllt sind.

Im Rahmen der Auseinandersetzung erfolgt die Teilung nach Bruchteilen, d.h. der Überschuss ist unter den Miterben unter Berücksichtigung ihrer Erbteile und etwaiger Ausgleichungspflichten zu teilen.

Soweit eine Teilung nicht möglich ist, und die Erben sich auch über eine andere Verteilung nicht einigen können, sind die Nachlassgegenstände zu verkaufen und der Erlös zu teilen.

Können sich die Miterben auch über einen Verkauf nicht einigen, so hat jeder Miterbe das Recht, Nachlassgegenstände durch Teilungsversteigerung oder Pfandverkauf verwerten zu lassen. Sodann wird der hierbei erzielte Erlös unter den Erben entsprechend ihrer Erbquote aufgeteilt.
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