7 Beispiele zur gesetzlichen Erbfolge - Ehegatte und Erben der 1. Ordnung oder der 2. Ordnung

Beispiel 1: Dieses Beispiel zeigt die übliche gesetzliche Erbfolge nach dem Tod des ersten Ehegatten. Die Eheleute leben im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Der überlebende Ehegatte erhält 1/4 gesetzliches Erbteil und 1/4 Erbteil als pauschalisierter Zugewinnausgleich, insgesamt 1/2. Den verbleibenden Erbteil teilen sich die Abkömmlinge des verstorbenen Ehegatten zu gleichen Teilen.
Beispiel 2: Diese Beispiel entspricht dem Beispiel 1. Jedoch schlägt hier ein Abkömmling die Erbschaft aus, so dass neben dem Ehegatten und dem Kind auch die Enkel aus dem anderen Stamm zur Erbfolge gelangen.
Beispiel 3: Hier schlägt nunmehr auch der überlebende Ehegatte die Erbschaft aus. Die Besonderheit ist, dass dem Ehegatten trotz der Ausschlagung der Erbschaft ein Pflichtteilsanspruch zusteht (der sog. kleine Pflichtteilsanspruch) und der Ehegatte zusätzlich den Ausgleich des Zugewinns verlangen kann. Erben werden in diesem Fall nur die Abkömmlinge des Erblassers sowie deren Abkömmlinge, die Erben 1. Ordnung.
Beispiel 4: Dieses Beispiel zeigt die Auswirkung des zwischen den Eheleuten vereinbarten Güterstandes der Gütertrennung. In einem solchen Fall erhalten der Ehegatte und die (bis zu 3) Abkömmlinge jeweils den gleichen Erbteil. Bei mehr als drei Abkömmlingen verbleibt dem Ehegatten immer sein gesetzlicher Erbteil von 1/4, die weiteren 3/4 gehen zu gleichen Teilen an die Abkömmlinge des Erblassers.
Beispiel 5: Hier hat der Erblasser nur zwei Abkömmlinge, so dass Ehegatte und Kinder des Erblassers jeweils mit 1/3 zur Erbfolge gelangen. Aufgrund der Ausschlagung des einen Kindes treten an dessen Stelle seine Abkömmlinge, die Enkel des Erblassers.
Beispiel 6: In diesem Fall hat der Erblasser keinen Abkömmling hinterlassen, sein Kind (Erbe der 1. Ordnung) ist bereits vorverstorben. Nunmehr erbt nicht der Ehegatte allein, sondern neben den Ehegatten gelangen die Erben 2. Ordnung zur Erbfolge. Dies sind hier die Eltern des Erblassers, die den verbleibenden Erbteil zu gleichen Teilen erhalten. Der Ehegatte erhält neben den Erben 2. Ordnung einen gesetzlichen Erbteil von 1/2 (Unterschied zu den Erben 1. Ordnung, dort 1/4).
Beispiel 7: Dieses Beispiel gleicht dem Beispiel 6, jedoch leben hier die Eheleute im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. In einem solchen Fall erhält der überlebende Ehegatte neben dem gesetzlichen Erbteil von 1/2 noch ein weiteres 1/4 als pauschalisierten Zugewinnausgleich. Den Erben der 2. Ordnung verbleibt dann ein Erbteil von zusammen 1/4 (hier je 1/8 für die Mutter und den Vater des Erblassers).
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